Literatur

Bücher ermöglichen es, an ferne Orte zu reisen, fremde Menschen kennenzulernen, neue Eindrücke und Erlebnisse zu gewinnen – und das alles, ohne das heimische Wohnzimmer zu verlassen.

Die Büchereien der Ev. Lukaskirche, Lindenplatz 6. und des Haus Regenbogens in Kaarst haben wieder geöffnet und die Ehrenamtlichen freuen sich auf Ihren Besuch und geben Ihnen gerne Literaturtipps. Von ihnen stammen auch die liebevoll zusammengefassten Buchrezensionen, die Sie weiter unten auf der Seite finden!

Jedes der hier vorgestellten Bücher finden Sie zur Ausleihe in der Gemeindebücherei der Lukaskirche, Lindenplatz 6, Kaarst.

Kommen Sie gerne vorbei!

Buch-Empfehlungen der Bücherei in der Ev. Lukaskirche

Pfoten vom Tisch! Meine Katzen, andere Katzen und ich.

Hape Kerkeling.


ISBN: 978-3-492-08000-2
22,00 Euro
Seit seiner Jugend ist der Entertainer katzenverrückt. Peterle, Samson, Anne und die anderen Stubentiger begleiten ihn durch sein Leben.
Es ist ein autobiografisches Buch, in dem er unter anderem erzählt, wie er zu seinen Katzen gekommen ist und man erfährt sehr viel Privates aus seinem Leben. Er erzählt lebendig von den Eigenheiten der Stubentiger und lustigen Anekdoten, die er mit ihnen erlebt hat. Es ist auch ein Sachbuch über Katzen allgemein, welche Rassen es gibt und was diese Art jeweils ausmacht.
Das Buch ist mitreißend, unterhaltsam und es gibt viele Informationen zu Katzen. Ein absolutes Muss für Katzenliebhaber!
Rezension: Monika Kaless

Unter Wasser Nacht. Kristina Hauff


Hanserblau. 2021. 285 Seiten

Im Wendland, in den Elbauen, haben sich zwei befreundete Paare gemeinsam auf einem Hof niedergelassen. Die beiden Frauen Inga und Sophie sind schon lange eng befreundet. Inga hat zusammen mit ihrem Mann Bodo einen Sohn und eine Tochter. Mit ihren Kindern scheinen sie die perfekte Familie zu sein. Doch die bürgerliche Umgebung trügt. Der Sohn von Sophie und ihrem Mann Thies ist vor einem Jahr im Fluss ertrunken. Die Todesursache konnte bisher noch nicht richtig geklärt werden. Die beiden ertragen den Tod ihres Sohnes Aaron nur schwer. Es schleicht sich gegenseitiges Misstrauen in ihre Beziehung und sie leben nur noch nebeneinander her. Die Freundschaft zu Inga und Bodo leidet durch das Unglück sehr. Denn Sophie kann es kaum ertragen, dass Familienidyll im Nachbarhaus mit anzusehen. Nach und nach stellt sich heraus, dass Aaron ein schwieriges, schwer erziehbares Kind war. Vielleicht hat er sogar seinen Tod selbst verschuldet. Als eine Fremde in den Ort kommt, eskaliert das Zusammenleben der beiden Familien. Denn diese Frau lässt Geheimnisse zum Vorschein kommen, die alle Protagonisten lieber für sich behalten hätten.
Die Autorin schreibt aus der Multiperspektive heraus lebendig und spannend. So erfahren die LeserInnen immer mehr, wie die einzelnen Protagonisten sich mit den jeweiligen Begebenheiten auseinandersetzen und entsprechend für sich ihre Entscheidungen treffen.
Rezension. Monika Kaless

Mieses Spiel um schwarze Muscheln. Bernd Stelter


Lübbe. 2021. 412 Seiten
Camping-Krimi
Der dritte Camping-Krimi führt in die Welt der Muschelfischer der Provinz Zeeland. Eine Leiche wird am Pier aus der Nordsee gefischt und gibt nicht nur Kommissar Houvenkamp Rätsel auf. Die Camper aus Deutschland, die ihren Osterurlaub wieder auf dem Campingplatz „De Grevelinge“ verbringen, sind mit von der Partie. Und ebenso die bunte Figur eines Foodbloggers, der mit dem Opfer zuvor ein Interview geführt hatte.
So arbeitet sich der Autor auf mehreren Ebenen an die Lösung des Falls heran. Dabei bringt er etliche geografische und historische Besonderheiten ein. Er hat sich intensiv mit der Muschelzucht, deren Vermarktung und Zubereitung beschäftigt. Es ist ein Spaß, den Wendungen der Geschichte und den Speisezetteln der Restaurants zu folgenden. Die niederländischen Ausdrücke und Namen sind etwas gewöhnungsbedürftig, machen aber den Roman authentisch. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz; dabei werden die Akteure mit den jeweiligen Möglichkeiten konfrontiert.
Ein unterhaltsamer anregender Krimi mit gut lesbaren Stil nach Art der Regionalkrimis.
Rezension: Eliport / Renate Schalück

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Der Schatten von Tulum. J. R. Bechtle
Frankfurter Verlagsanstalt. 2021. 377 Seiten

Jake Friedman arbeitet als erfolgreicher Investmentbanker in New York. Er betreut für seine Bank den mexikanischen Markt und steht kurz vor dem Abschluss eines großen Deals. Sehr kurzfristig wird Jake aufgefordert, nach Mexiko City zu reisen, um sich dort mit seinem einflussreichsten Kunden zu treffen. Nach einer harten Auseinandersetzung mit seinem mexikanischen Partner wird der Banker aus dem gut bewachten Bürogebäude entführt. Seine Familie und auch die Polizei erhalten überhaupt kein Lebenszeichen von ihm.
Nach und nach stellt sich heraus, dass die Entführung mit der Vergangenheit von Jake zu tun hat. Als junger Mann ist er vor dreißig Jahren durch Mexiko getrampt. Im legendenhaften Tulum an der karibischen Küste hat es damals eine mystische Begegnung gegeben, die im engen Zusammenhang mit seinem Kidnapping zu stehen scheint.
Packend erzählt der Autor immer abwechselnd von den Erlebnissen des Protagonisten während seiner Reise als junger Mann durch Mexiko und wie sich sein Leben heute gestaltet. Im Text enthalten sind viele Informationen über mystische Geschichten der Mayas und wie sich die politische Situation in Mexiko so entwickeln konnte.
Rezension: Monika Kaless

Belmonte – Eine deutsch-italienische Familiensaga. Antonia Riepp
Piper. 2020. 491 Seiten


Eine deutsch-italienische Familiensaga über vier Generationen.
Die junge Landschaftsgärtnerin Simona steckt in einer Lebenskrise. An dem Tag, als sie ihren Job in der Gärtnerei verliert, stirbt auch ihre geliebte Großmutter Franca. Überraschend erbt sie ein Haus in den italienischen Marken, von dem sie bisher nichts wusste. Doch Simona ergreift die Chance zur Flucht dahin. In Belmonte trifft sie auf einen bis dahin für sie unbekannten Familienclan und die Geschichte ihrer Urgroßmutter Theresa, deren Tochter Franca und schließlich die Geschichte ihrer eigenen Mutter Martina. Stück für Stück erschließen sich für Simona dunkle Familiengeheimnisse, die von Generation zu Generation ihre Auswirkungen weitergeben. Sie findet unvermutet einen Freund und schließlich auch Hinweise auf ihren bis dato unbekannten Vater.
Eine Geschichte die spannend erzählt, wie das Leben und das Schicksal spielt. Es macht Lust in der eigenen Geschichte zu forschen und gleichzeitig Furcht, was alles ans Licht kommen kann. Mitreißend und unterhaltsam.
Rezension: Eliport / Sandra Groß

Dein ist das Reich. Katharina Döbler
Claassen. 2021. 479 Seiten

Es ist die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Linette Marchand, eine sportliche, junge Frau aus Neudettelsau in Bayern kann den Verlust ihres Freundes, der gefallen ist, nicht überwinden. Sie wandert in die USA aus und will sich dort eine Existenz aufbauen.Doch auf einem Heimaturlaub verliebt sie sich in Johann Hensolt. Er war bereits als evangelischer Missionar in Neuguinea. Dies war damals noch eine deutsche Kolonie. Die beiden heiraten und reisen im Auftrag der evangelischen Mission nach Neuguinea um dort die Papua vom Christentum zu überzeugen. Auch Marie Reinhardt hat eigentlich andere Pläne für ihr Leben. Doch sie wird eigentlich gegen ihren Willen mit Heiner Mohr verheiratet, der davon träumt, Deutschland in Richtung Südsee zu verlassen. Beide Paare richten sich im damaligen Kaiser-Wilhelm-Land ein. Sie erleben abenteuerliche Zeiten in einem unwirtlichen Land mit allen Höhen und Tiefen, das mit dem Beginn des 2. Weltkrieg abrupt endet.
Die Icherzählerin ist die Enkelin der beiden Paare. In ihrer Kindheit hat sie vor allem von der Großmutter Linette viel aus dem Leben in der Südsee-Mission erfahren. Das Buch besteht aus vier Teilen und umfasst die Jahre von 1913 bis 1946. Zum Verständnis für Ort und Personen gibt es eine Landkarte und eine Ahnentafel. Ein besonderes Stilmittel dieser ungewöhnlichen und berührenden Familiengeschichte ist die Beschreibung von Schwarzweis-Aufnahmen. Anhand dieser Fotos wird dann die Geschichte der Protagonisten erzählt.


Rezension: Monika Kaless

Heldinnen werden wir dennoch sein. Christiane Wünsche, Fischer-Krüger. 2021. 446 Seiten

Freundinnen sind Susanne, Helma, Ellie, Ute und Marie schon seit ihrer Schulzeit in den 1980er Jahren. Vier von ihnen treffen sich heute noch wenigstens einmal im Jahr zu Susannes Geburtstag. Marie kann nicht mehr dabei sein. Sie ist bei einem Autounfall tödlich verunglückt.

An Susis Vierundfünfzigstem platzt Ellie damit heraus, dass Frankie, der früher ebenfalls zu der Mädchen-Clique gehörte, gestorben ist. Der Freund ist freiwillig aus dem Leben geschieden. Dieses schwerwiegende Ereignis bringt die Freundinnen dazu, auf ihr eigenes Leben mit allen Höhen und Tiefen zurückzublicken.
Jede Protagonistin hat ihre eigenen Kapitel. Die Autorin erzählt lebendig, spannend und anschaulich mit vielen lokalen Bezügen aus ihrer rheinisch dörflich geprägten Heimat vom heutigen Leben der Freundinnen und wie sie gemeinsam ihre Jugend verbracht haben. Es stellt sich immer mehr heraus, dass es in dieser Zeit schwerwiegende Ereignisse gegeben haben muss, welche das Leben aller aus der Clique sehr stark beeinflusst haben.


Rezension: Monika Kaless

Ulrike Renk: Buchreihe: Die große Seidenstadt-Saga (4 Bände). Aufbau Verlag


Jahre aus Seide 2018. 576 Seiten. ISBN: 9783746634418 12,99 €
Zeit aus Glas 2019. 488 Seiten. ISBN 9783746634999 12,99 €
Tage des Lichts 2020. 576 Seiten. ISBN: 9783746635668 12,99 €
Träume aus Samt 2020. 576 Seiten. ISBN: 9783746636986 12,99

Die Bände spielen in Krefeld und die Familie Meyer, besonders Ruth Meyer, ist dort sehr bekannt. In der Merländer-Villa sind die Ereignisse des 2. Weltkriegs aufbereitet. Als die Autorin sich für eine Klassenlesung vorbereitet, stößt sie auf die Familie. Es ist also eine wahre Geschichte mit ein paar künstlerischen Feinheiten dazu, die hier zu Gehör kommt. Die Autorin hat auch noch die Ostpreussen-Saga und die Australien-Saga, jeweils eine wahre Geschichte, geschrieben.


Die Familie ist Jüdisch und glaubt nicht, dass ihr nach dem großen Krieg 1914-1918 etwas passieren kann. Wie sehr soll sie sich täuschen! Die Geschichte fängt in den 30-iger Jahren an und Ruth, die Hauptprotagonistin, verlebt eine schöne Kindheit. Doch die schwarzen Wolken vermehren sich und viele Juden denken ans Auswandern. Allerdings nehmen die anderen Staaten sie nicht auf. Sie sind der Meinung, dass alles nicht so schlimm ist und kein Land will sich mit Hitler anlegen und als die jüdische Bevölkerung schließlich doch ausreisen darf, hat sie kein Geld mehr. Die Hitlerregierung hat ihnen alles weggenommen.
Aber irgendwie müssen sie weg. Ruth kommt durch ihren Cousin auf eine Idee. Das letzte Buch beginnt 1940. Die Autorin lässt sich also Zeit mit ihrer Geschichte.
Ich finde, die Bücher haben einen schrecklichen Bezug zur heutigen Zeit.


Rezensentin: Rosemarie Schmidtke

Die Bagage. Monika Helfer, Hanser 2020. 158 Seiten. ISBN: 978-3-446-26562-2 19,00 Euro

Josef und Maria Moosbrugger leben Anfang des 20. Jahrhunderts am Rande eines Bergdorfes. Die Vorfahren des Familienoberhauptes haben als Träger ohne eigenes Land gearbeitet und sie gehören somit zu den Ärmsten der Gegend. Man nennt sie die Bagage. Allerdings ist Maria Moosbrugger trotz ihrer vier Kinder eine der schönsten Frauen im Dorf und wird von fast allen Männern umworben und begehrt. Als ihr Mann Josef in den 1. Weltkrieg ziehen muss, verlässt er seine attraktive Frau und die Kinder nur sehr ungern. Er bittet den Bürgermeister seines Dorfes, ein Auge auf seine Frau zu haben und diese auch mit Lebensmitteln zu versorgen. Während er im Krieg ist, kommt ein junger schöner Mann aus Hannover und klopft an Marias Haustür. Kurz danach ist Maria schwanger mit der Mutter der Autorin. Mit dieser Tochter wird Josef nie ein Wort sprechen.

In diesem biografischen Roman werden die dramatischen Lebenswege der Familienangehörigen geschildert, welche die Autorin von ihrer Tante erfährt, bei der sie aufwächst. Denn ihre Mutter ist sehr jung gestorben und auch die Großmutter Maria hat sie nur aus den Erzählungen kennengelernt. 

Rezension: Monika Kaless

Worauf wir hoffen. Fatima Farheen Mirza, dtv 2019. 477 Seiten. ISBN: 978-3-423-28176-8  24,00 €

Der Roman beginnt mit der Hochzeit der ältesten Tochter einer muslimisch-indischen Migrantenfamilie. Der Sohn Amar, das jüngste Kind, erscheint auf Wunsch seiner Schwester nach dreijähriger Abwesenheit auf dem großen Fest. Er hat sich von seiner Familie getrennt, weil er dieses traditionelle Leben im Elternhaus nicht mehr ausgehalten hat und der Meinung ist, dass er ihre Erwartungen, die sie von ihrem Sohn haben, bei weitem nicht erfüllen kann. Auch die älteste Schwester Hadia versucht ihren eigenen Weg zu gehen und erfüllt nicht immer die Wünsche der Eltern. Sie möchte gerne zur amerikanischen Gesellschaft gehören, dies aber lassen ihre Eltern kaum zu.

Der Vater ist damals extra aus Amerika in sein indisches Heimatdorf gereist und hat sich dort seine Ehefrau gesucht. Die beiden lernen sich erst am Hochzeitstag kennen. Sie leben in der heutigen Zeit vor dem Hintergrund des Attentates auf das World Trade Center in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten in der Nähe von Los Angeles nach wie vor im strengen muslimischen Glauben. Von ihren Kindern erwarten sie, dass diese sich ebenfalls an die Regeln der strenggläubigen islamischen Religionsgemeinschaft halten. Rückblickend erzählt die Autorin aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder wie die Kinder aufwachsen, welche Sorgen und Ängste die einzelnen Personen plagen und wie die Töchter und der Sohn ihren eigenen Weg finden, mit den Vorstellungen der sehr gläubigen Eltern zurechtzukommen. Ein ganz besonderer Familienroman!

Rezension: Monika Kaless

Der größte Spaß, den wir je hatten. Claire Lombardo, dtv 2019. 718 Seiten. ISBN: 978-3-423-28198-0   25,00 Euro

Marilyn und David Sorenson sind vierzig Jahre glücklich verheiratet und haben vier höchst unterschiedliche Töchter, deren Leben bis zu einem beliebigen Ende in allen Einzelheiten beschrieben wird.

Der Roman einer amerikanischen Familie wird mit verschieden Zeitebenen geschildert, ist leicht als Urlaubslektüre lesbar.

Rezension: buechereien.ekir.de

Klett-Cotta 2020. 302 Seiten. ISBN: 978-3-608-96463-9 22 Euro

Der deutsche Auswanderer Josef Klein lebt seit den 1920er Jahren in New York. Seine Wohnung liegt im multikulturellen Harlem. Er ist ein großer Fan von amerikanischer Musik und leidenschaftlicher Amateurfunker. Nachdem er und seine Familie nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland alles verloren hat, möchte er in Amerika ein einfaches Leben in Freiheit führen. Als Drucksetzer in einer Druckerei muss er Flyer der in den USA agierenden Nazis und Antisemiten drucken. Sein Chef erwartet von ihm, dass er auch zu den Versammlungen dieser Nazi-Schergen geht. Bei einem dieser Treffen wird Klein vom „Amerika deutschen Bund“, dem seine Amateurfunkerei bekannt ist, angesprochen ob er nicht regelmäßig Daten an eine Hamburger Textilfirma senden kann. Es soll sich dabei um harmlose Informationen handeln, die allerdings aus Sicherheitsgründen verschlüsselt werden. Es ist ein gutbezahlter Job. Klein lässt sich darauf ein und gerät damit immer tiefer in das Spionagenetzwerk. Dies führt dazu, dass er aus dieser Tätigkeit nicht mehr aussteigen kann und seine Angst vor den Nazis immer größer wird. Er meldet sich beim FBI und wird somit zum Doppelagenten. 

Nach dem Krieg besucht er seinen Bruder und dessen Familie in Neuss und versucht dort wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Das gelingt ihm nicht. Er strandet in Südamerika und wird muss sich dort seiner Vergangenheit erneut stellen.

Der historische Roman schildert in präziser und eindringlicher Sprache, welche Macht die Nationalsozialisten vor, während und nach dem Krieg in Nord- und Südamerika hat.

Die Autorin Ulla Lenze ist 1973 in Mönchengladbach geboren, studierte Schulmusik und Philosophie und lebt heute in Berlin. In ihren vorherigen Büchern hat sie sich vorwiegend mit dem Orient beschäftigt. Dies ist ihr 5. Roman.

Rezension: Monika Kaless

Winterbienen. Norbert Scheuer C.H. Beck 2019. 318 Seiten. ISBN: 978-3-40673963-7 22,00 Euro

Bislang zogen die schweren Folgen des zweiten Weltkrieges an den Bewohnern von Kall in der Eifel scheinbar vorbei, doch im letzten Kriegsjahr werden auch hier die Auswirkungen immer dramatischer. Insbesondere für Egidius Arimond, Epileptiker und ehemaliger Lehrer. Er lebt ziemlich zurückgezogen am Rand des Dorfes, kümmert sich intensiv um seine Bienenvölker, hat mit einigen Frauen des Dorfes Liebesverhältnisse und hält sein Leben akribisch in einem Tagebuch fest, das er in einer der Bienenstöcke versteckt. Um Geld für seine Medikamente zu bekommen, unterstützt er eine anonyme Organisation, die jüdischen Menschen zur Flucht nach Belgien verhilft. Seine Rückzugsorte sind seine Bienen, deren Verhalten er genau aufzeichnet, sowie die örtliche Bibliothek, wo er seine Bücher versteckt und sich mit dem Leben seines Vorfahren, des Mönches Ambrosius Arimond, beschäftigt.

Ein vielschichtiger Roman, der aus der Sicht von Egidius sachlich und unaufgeregt in Tagebuchform erzählt wird. Bienen und Staatsformen, Egoismus und Hilfsbereitschaft, Krieg und Flucht sind nur einige Themen dieses sehr gelungenen Romans, der ein mehrmaliges Lesen lohnt! Sehr gerne empfohlen für Leserinnen und Leser, die sich intensiver mit einem Buch auseinandersetzen möchten.

Für dieses Buch erhält der Autor Norbert Scheuer im Oktober 2020 den Evangelischen Buchpreis. Für weitere Informationen zum Buchpreis hier klicken.

Rezension: Monika Kaless

Das Buch Winterbienen wurde von der Ev. Bücherei Kirchberg in einen Videogottesdienst umgesetzt. Wir können das Video sehr empfehlen:

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